Historie des Göttinger Wochenmarkts

Im Mittelalter

Göttingens Lage im Leinetalgraben als Nord-Süd-Route ist schon seit Gründung der Siedlung für den Handel von großer Wichtigkeit. Im Mittelalter war der Markt in Göttingen ein fester Handelsplatz mit großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Region. Anfang des 13. Jahrhunderts erhielt Göttingen das Stadt- und Marktrecht. Der Markt bestand jedoch schon vorher, in der ländlichen Siedlung Gutingi um die Albanikirche.

Als Markthändler traten vornehmlich fahrende Händler, ansässige Handwerker und Ackerbauern der Region auf. Die feilgebotenen Waren erstreckten sich dabei von Tuch, Gewand, Leder- und Schuhwerk über Farben, Waffen und Schmuck bis hin zu Lebensmitteln, wie Salz, Gewürzen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen aller Art. Waren, die nicht regionaler Herkunft waren, kamen aus Lübeck und Frankfurt, den beiden wichtigsten Handelspartnern Göttingens.

Ursprünglich wurde der Markt nur an Samstagen abgehalten, doch schon im Spätmittelalter kam ein weiterer Markttag hinzu. Zudem reisten viermal im Jahr Händler von außerhalb zu einem Jahrmarkt nach Göttingen. Zweimal pro Jahr wurde ein Viehmarkt abgehalten. Die starke wirtschaftliche Stellung des Marktes ließ 1572 mit dem Austritt Göttingens aus der Hanse nach.

Im 19. Jahrhundert

Anfang des 19. Jahrhunderts begann die wachsende Stadt wieder vermehrt Händler, auch von außerhalb, anzuziehen. Nun wurden bereits an drei Tagen Waren verkauft: dienstags, donnerstags und samstags, wie es auch heute der Fall ist.

Der eigentliche Marktplatz vor dem Alten Rathaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts für den sich immer mehr ausdehnenden Wochenmarkt zu klein, so dass sich der Handel auf die angrenzenden Straßen ausbreitete. Aufgrund des Platzmangels wurde in der Marktordnung von 1900 auch der Verkauf im übrigen Stadtgebiet erlaubt, durch Umherfahren oder -tragen der Waren.

Vor allem Marktfrauen boten ihre Waren auf dem Markt an. Sie kamen vornehmlich aus armen Dörfern im Göttinger Umkreis, aber auch aus dem Solling und aus dem Bramwald. Mit ihren eigenen Erzeugnissen und auch mit aufgekauften Waren, darunter Butter, Wurst, Speck und Schinken, konnten sie in Göttingen relativ gute Preise erzielen. Im Sommer kamen große Mengen an Beeren aus den Wäldern hinzu. Schwer bepackt legten diese Frauen, die auch Höckerweiber genannt wurden, oft mehr als 20 Kilometer zu Fuß zurück, um in die Universitätsstadt zu gelangen. Hier entbrannte nicht selten ein zäher Kampf um die Kundschaft und um den besten Verkaufsplatz. Dabei kam es auch zu Konflikten zwischen den Göttinger Marktleuten und den Höckerweibern, da letztere ihre Waren oft billiger anbieten konnten. Dies verleitete die Göttinger Händler gar dazu, die Marktfrauen aus dem ländlichen Gebieten öffentlich abzuwerten. Um die lästige Konkurrenz zu entschärfen verbreiteten sie, dass das angegebene Gewicht von Butter oder Wurst bei den Höckerweibern oft zu hoch angegeben sei.

1900 bis heute

Seit 1900 wechselte der Markt ständig seinen Standort: Groner Straße, Nikolaistraße, dann Goetheallee mit Unterer und Oberer Maschstraße. Anschließend wurde er in den Bereich Papendiek, Pauliner- und Johannisstraße verlegt. Hier behinderte das Markttreiben allerdings die umliegenden Geschäfte, so dass die Stadt Anfang der 60er Jahre beschloss, dem Wochenmarkt wiederum einen neuen Standort zuzuweisen. So hatte der Wochenmarkt seinen Standort ab Januar 1961 vor dem Amtshaus auf dem 82er-Platz.

Die Händler befürchteten allerdings einen Rückgang der Kundschaft durch die Entfernung des Platzes zu den Geschäften der Innenstadt. Sie organisierten Demonstrationen und Unterschriftenaktionen gegen den Beschluss des Stadtrates, konnten sich aber nicht durchsetzen. Zwar ging die Zahl der Marktbeschicker auf dem 82er-Platz tatsächlich zurück, dennoch konnte sich der Wochenmarkt auch hier gut halten.

Ende der 60er Jahre schließlich (erstmals am 7. November 1967), wurde der Marktplatz in die Hospitalstraße verlegt, wo er auch heute noch dreimal wöchentlich abgehalten wird. Der Blumenmarkt - ein Teil des Wochenmarktes - befindet sich heute noch aus traditionellen Gründen auf dem historischen Marktplatz vor dem Alten Rathaus.

Quelle:
Diplomarbeit von S. Wehowsky

Aktuelles

11.04.17

Spargelsaison

Die Spargelsaison in Göttingen auf dem Werderhof ist eröffnet!
Auf dem Wochenmarkt, ab 12.4. täglich im Hofladen und ab dem 20.4. an unseren Straßenständen bekommen Sie unseren frischen und leckeren Göttinger Spargel.
NEU: Grüner Spargel ist auch bald erntereif!

Rezepte

Juni

Kartoffel-Gurken-Salat

800 g frische kleine festkochende Kartoffeln, Salz
1 Bund gemischter Kräuter (Dill, Schnittlauch, Borretsch, Rucola, Sauerampfer), 100 ml trockener Weißwein, 200 -250 ml Mayonnaise...

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Mai

Spargelsalat mit/ohne Garnelen

Für 4 Personen, ca. 60 Minuten Zubereitungszeit
1,5 kg Spargel (z. B. je zur Hälfte weiß und grün), Salz, schwarzer Pfeffer, Zucker, 1-2 EL Zitronensaft, Chili nach Geschmack...

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